Veröffentlicht: 28. September 2026
Google Ads Keyword-Planer richtig nutzen: Zahlen lesen, Liste bauen
Google Ads Keyword-Planer richtig nutzen: was Suchvolumen und Gebotsspannen bedeuten, warum der Planer-CPC nicht dein Klickpreis ist und wie aus Ideen Anzeigengruppen werden.
Der Google Ads Keyword-Planer ist das Recherchewerkzeug in deinem Google-Ads-Konto. Er zeigt dir, wonach Menschen suchen, wie oft ungefähr und was Werbetreibende dafür geboten haben. Die Zahlen sind nützlich, aber leicht falsch zu lesen: Das Suchvolumen ist gerundet, und die Gebotsspalten sind kein Klickpreis. Hier steht, was die Zahlen bedeuten, wie aus Ideen eine saubere Keyword-Liste wird und welcher Export danach wirklich zählt.
1. Google Ads Keyword-Planer: was die Zahlen bedeuten
Den Keyword-Planer öffnest du in Google Ads über das Werkzeugsymbol. Dort hast du zwei Wege:
- Neue Keywords entdecken: Du startest mit Wörtern zu deinem Angebot oder mit einer Website, und Google schlägt verwandte Keywords vor.
- Suchvolumen und Prognosen abrufen: Du gibst Keywords ein oder lädst eine Liste hoch, die du schon hast, und bekommst Zahlen und Prognosen dazu.
Die wichtigsten Spalten erklärt Google so:
- Durchschnittliche Suchanfragen pro Monat: die durchschnittliche Zahl der Suchanfragen für ein Keyword und ähnliche Varianten, standardmäßig über zwölf Monate. Google schreibt dazu, dass die Werte gerundet sind und die vergangenen Statistiken nur genau passende Suchanfragen abbilden. Saison und aktuelle Ereignisse lassen den Verkehr schwanken.
- Wettbewerb: die Zahl der Werbetreibenden, die auf das Keyword bieten, im Verhältnis zu allen Keywords bei Google. Das ist Wettbewerb in Google Ads, nicht in den organischen Ergebnissen.
- Gebot für obere Positionen (unterer Bereich): laut Google ein Schätzwert, ungefähr das 20. Perzentil dessen, was Werbetreibende für Anzeigen ganz oben gezahlt haben, auf Basis der letzten 30 Tage.
- Gebot für obere Positionen (oberer Bereich): dasselbe für ungefähr das 80. Perzentil.
Warum der Planer-CPC nicht dein Klickpreis ist
Diese beiden Gebotsspalten werden fast immer als Klickpreis gelesen. Sie sind es nicht. Sie beschreiben die Gebote, die Werbetreibende für die oberen Positionen gezahlt haben, nicht, was ein Konto am Ende im Schnitt pro Klick bezahlt. In meinen eigenen Echtdaten aus 19 betreuten DACH-Konten liegt der kostengewichtete Klickpreis über 17 Branchen zwischen 0,50 € und 6,60 €. Warum das meist unter den Planer-Spannen liegt, steht in Google Ads Klickpreise 2026: Ein laufendes Konto kauft nie nur die teuersten Keywords, und der tatsächliche Preis entsteht erst in der Auktion.
Lies die Spannen deshalb als Orientierung für die Frage, ob ein Keyword in einem Bereich liegt, in dem deine Rechnung überhaupt aufgehen kann. Wie aus Klickpreis und Conversion-Rate ein Budget wird, steht unter Google Ads Kosten.
2. Von der Idee zur Liste: Seed, Ideen, Gruppen
Der Planer liefert schnell Hunderte Ideen. Die Arbeit ist, daraus wenige gute Anzeigengruppen zu machen. Das geht in drei Schritten.
Schritt 1: Seed-Keywords
Starte mit drei bis fünf Begriffen, die ein Kunde tippt, wenn er kaufen oder anfragen will, nicht mit deinem Fachjargon. Für einen Badsanierer in Köln wären das etwa „badsanierung köln“, „bad renovieren kosten“ und „badsanierung komplett“. Google empfiehlt, zusätzlich die eigene Domain anzugeben, damit irrelevante Begriffe herausgefiltert werden.
Stell Ort und Sprache richtig ein, bevor du Zahlen liest. Die Werte beziehen sich auf die gewählten Standorte und Netzwerke. Ein Keyword mit vielen Suchen in ganz Deutschland kann in deinem Einzugsgebiet fast niemanden erreichen.
Schritt 2: Ideen filtern und sortieren
Mit Filter hinzufügen grenzt du die Ideenliste ein, etwa nach Wettbewerb oder Keyword-Text. Außerdem gruppiert der Planer Ideen nach Kategorien wie Thema oder Marke, und du kannst ganze Kategorien entfernen, die nicht passen. Danach sortierst du jede verbleibende Idee in einen von drei Töpfen:
- Passt und hat Kaufabsicht: kommt in eine Anzeigengruppe.
- Passt, ist aber vage: vorerst weglassen oder später testen.
- Passt nicht: kommt auf die Liste der auszuschließenden Keywords.
Schritt 3: Anzeigengruppen nach Absicht
Gruppiere nach dem, was jemand will, nicht nach Wortähnlichkeit. „badsanierung kosten“ und „was kostet ein neues bad“ gehören zusammen, auch wenn sie anders klingen, weil beide nach einem Preis fragen. „badsanierung köln“ ist eine andere Absicht: Da sucht jemand einen Anbieter in seiner Stadt. Jede Gruppe bekommt eigene Anzeigen und im besten Fall eine eigene Landingpage, die genau diese Frage beantwortet.
Ein Rechenbeispiel zum Lesen der Zahlen
Die folgenden Zahlen sind ausgedacht, damit das Lesen klar wird. Angenommen, der Planer zeigt für „badsanierung köln“ im Schnitt 300 Suchanfragen pro Monat und eine Gebotsspanne von 2,50 € bis 7,00 €. Dann heißt das:
- Etwa 300 Suchen im Monat für genau diesen Begriff, gerundet und als Zwölf-Monats-Schnitt. In einzelnen Monaten können es deutlich mehr oder weniger sein.
- Werbetreibende haben in den letzten 30 Tagen für Positionen ganz oben ungefähr zwischen 2,50 € und 7,00 € geboten. Was du pro Klick zahlst, zeigt erst dein eigenes Konto.
- Bei 5 % Conversion-Rate und einem angenommenen Klickpreis von 3 € kostet eine Anfrage 60 €. Ob das trägt, entscheidet deine Marge, nicht der Planer.
3. Ausschlüsse aus derselben Liste, und der eine Export, der zählt
Auszuschließende Keywords aus der Ideenliste
Der dritte Topf aus Schritt 2 ist bares Geld. Typisch sind Begriffe mit „selber machen“, „Ausbildung“, „Gehalt“, „gebraucht“ oder Namen von Mitbewerbern, auf die du nicht bieten willst. Leg sie als auszuschließende Keywords an, bevor die Kampagne startet. Denk daran, dass auszuschließende Keywords laut Google keine ähnlichen Varianten erfassen: Singular, Plural und Synonyme musst du selbst eintragen.
Der eine Export, der zählt
Der Planer zeigt, was gesucht werden könnte. Was tatsächlich gesucht wurde, bevor jemand auf deine Anzeige geklickt hat, steht erst im Suchbegriffbericht deines Kontos. Das ist der Export, der zählt. Lass die Kampagne zwei bis vier Wochen laufen, exportier den Bericht und prüf ihn Begriff für Begriff:
- Was hat Geld gekostet und keine einzige Conversion gebracht?
- Welche Wörter tauchen nur in diesen verschwendeten Begriffen auf?
- Welche Begriffe bringen Anfragen und verdienen eine eigene Anzeigengruppe?
Für diesen Schritt gibt es die kostenlose Suchbegriffe-Analyse: Du ziehst den Suchbegriffbericht als CSV oder TSV aus Google Ads hinein, und sie zeigt dir das Budget, das ohne eine einzige Conversion ausgegeben wurde, plus Vorschläge für auszuschließende Wörter. Die Analyse läuft komplett in deinem Browser, ohne Upload und ohne Kontozugriff.
Danach beginnt der Kreislauf von vorn: Neue gute Begriffe aus dem Bericht kommen als Seed zurück in den Planer, verschwendete kommen auf die Ausschlussliste. Wie die erste Kampagne von Anfang an mit wenigen, klaren Keywords startet, steht in Google Ads schalten.
Fazit
- Der Keyword-Planer hat zwei Wege: neue Keywords entdecken und Suchvolumen sowie Prognosen abrufen.
- Das Suchvolumen ist ein gerundeter Zwölf-Monats-Schnitt für genau passende Suchanfragen. Wettbewerb meint Werbetreibende, nicht SEO.
- Die Gebotsspalten sind etwa das 20. und 80. Perzentil der Gebote für obere Positionen der letzten 30 Tage, kein Klickpreis. Echte Klickpreise zeigt erst dein Konto.
- Aus Seeds werden Ideen, aus Ideen werden drei Töpfe: Anzeigengruppe, später, ausschließen. Gruppiert wird nach Absicht.
- Der Export, der zählt, ist der Suchbegriffbericht nach zwei bis vier Wochen, nicht die Ideenliste.
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Brauche ich ein Google-Ads-Konto für den Keyword-Planer?
Ja. Du öffnest den Planer in Google Ads über das Werkzeugsymbol. Die Recherche selbst löst keine Anzeigen aus und kostet deshalb keine Klicks.
Wie genau ist das Suchvolumen im Keyword-Planer?
Es ist ein gerundeter Durchschnitt über zwölf Monate, und die vergangenen Statistiken bilden nur genau passende Suchanfragen ab. Für die Frage „viel oder wenig“ reicht das. Für eine exakte Prognose nicht.
Warum zahle ich weniger pro Klick, als der Keyword-Planer anzeigt?
Weil die Gebotsspalten Schätzungen für Gebote auf obere Positionen sind, nicht der Durchschnittspreis pro Klick. Dein Konto kauft außerdem eine Mischung aus teuren und günstigeren Suchanfragen. Den echten Klickpreis zeigt nur dein eigenes Konto.
Was bedeutet „Wettbewerb“ im Keyword-Planer?
Laut Google die Zahl der Werbetreibenden, die auf ein Keyword bieten, im Verhältnis zu allen Keywords. Der Wert sagt nichts darüber, wie schwer das Keyword in den organischen Ergebnissen ist.
Google Ads Keyword-Planer richtig nutzen: Zahlen lesen, Liste bauen
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Über den Autor
Daniils Visnakovs
Unabhängiger Sparringspartner für Google-Ads-Wirtschaftlichkeit und Messqualität. Für Google hat Daniils technische Messimplementierungen umgesetzt. Heute hilft er Teams, bessere Entscheidungen zu treffen und das Wissen selbst zu behalten — in 1:1 Beratung, Workshops oder auf der Bühne.