Veröffentlicht: 3. November 2026

Woran erkenne ich, ob meine Google Ads Agentur gut arbeitet?

Macht deine Google Ads Agentur gute Arbeit? 10 Punkte, die du in 30 Minuten selbst im Konto prüfst: Zugriff, Conversions, Änderungsverlauf, Suchbegriffe, Bericht.

Daniils Visnakovs
· Lesedauer: 7 Min.

Diesen Artikel auf Englisch lesen →

Ob deine Google Ads Agentur gute Arbeit macht, erkennst du nicht am Monatsbericht, sondern im Konto selbst: Du hast vollen Zugriff, die Gebote laufen auf echte Anfragen, der Änderungsverlauf zeigt regelmäßige und nachvollziehbare Arbeit, und in den teuersten Suchbegriffen steht kaum Unpassendes. Eine gute Agentur kann dir außerdem jede größere Änderung in zwei Sätzen begründen und sagt dir auch, wenn etwas nicht funktioniert.

Die folgenden zehn Punkte kannst du in etwa 30 Minuten selbst prüfen, ohne Fachwissen und ohne der Agentur Bescheid zu sagen.

1. Gehört das Konto dir, und siehst du, was passiert?

1. Du bist Administrator in deinem eigenen Konto. Unter Verwaltung → Zugriff und Sicherheit siehst du alle Nutzer und ihre Zugriffsebene. Nur Administratoren dürfen laut Google Nutzer hinzufügen, Zugriffsebenen ändern und Verwaltungskonten trennen (Google-Hilfe zu Zugriffsebenen). Hast du nur Lesezugriff oder gar keinen, ist das der wichtigste Befund dieser Liste, egal wie gut die Zahlen aussehen.

2. GA4 und Tag Manager laufen ebenfalls auf deinen Namen. Wer den Container besitzt, kontrolliert die Messung. Bei einem Wechsel willst du nicht um deine eigenen Daten verhandeln.

3. Der Änderungsverlauf zeigt echte Arbeit. Unter Änderungsverlauf listet Google Ads alle Änderungen der letzten zwei Jahre, mit der E-Mail-Adresse der Person, die sie gemacht hat (Google-Hilfe zum Änderungsverlauf). Achte auf drei Dinge: Gibt es überhaupt regelmäßig Änderungen? Stammen sie von Menschen oder fast nur von „Google Ads-System“ und angenommenen Empfehlungen? Passen sie zu dem, was im Bericht als Arbeit beschrieben wird?

2. Steuert die Agentur auf das, was dir Geld bringt?

4. Die primäre Conversion ist eine echte Anfrage. Unter Ziele → Conversions → Zusammenfassung siehst du, welche Aktionen als „Primär“ zählen. Nur diese landen in der Spalte „Conversions“ und steuern die Gebote (Google-Hilfe). Stehen dort Seitenaufrufe, Klicks auf Buttons oder mehrere Aktionen für dieselbe Anfrage, optimiert das Konto auf die falsche Zahl. Woran du das erkennst, steht ausführlich in Google Ads Conversions stimmen nicht mit Anfragen überein?.

5. Die Zahl im Konto passt zu deinem Postfach. Vergleich für eine abgeschlossene Woche die Conversions in Google Ads mit den Anfragen, die bei dir angekommen sind. Eine kleine Abweichung ist normal. Liegt das Konto deutlich darüber, zählt es Dinge mit, die keine Anfragen sind.

6. In den teuersten Suchbegriffen steht kaum Unpassendes. Öffne den Bericht zu Suchbegriffen, wähl die letzten 90 Tage und sortier nach Kosten. Stehen weit oben Jobsuchen, Anleitungen, kostenlose Angebote oder Wettbewerber, die du nicht willst, werden Ausschlüsse nicht gepflegt. Das ist die Arbeit, die man im Bericht am leichtesten weglässt.

7. Automatisch angewendete Empfehlungen sind bewusst gewählt. Unter Empfehlungen siehst du, ob Vorschläge von selbst übernommen werden, und im Tab „Verlauf“, welche zuletzt angewendet wurden (Google-Hilfe). Das ist nicht per se falsch, aber die Agentur sollte erklären können, warum welche Typen aktiv sind. Mehr dazu in Google Ads Empfehlungen annehmen.

3. Sagt dir der Bericht die Wahrheit?

8. Der Bericht zeigt Anfragen und Kosten pro Anfrage, nicht nur Klicks. Impressionen, Klickrate und Klickpreis sind Zwischenwerte. Ein guter Bericht beantwortet, wie viele Anfragen das Budget gebracht hat, was eine gekostet hat und, wenn du die Daten lieferst, wie viele davon Aufträge wurden.

9. Die Agentur schlägt nicht bei jedem Problem mehr Budget vor. Ob mehr Budget überhaupt hilft, steht im Konto: Die Spalte „Anteil an entgangenen Impressionen im Suchnetzwerk (Budget)“ zeigt, wie oft deine Anzeigen wegen zu wenig Budget nicht erschienen sind. Zeigt dagegen die Spalte „(Rang)“ die größeren Verluste, liegt es an einem zu niedrigen Anzeigenrang in der Auktion (Google-Hilfe). Dann bringt mehr Geld wenig.

10. Auch schlechte Nachrichten kommen von der Agentur. Ein ausgefallenes Tag, eine Kampagne, die nichts bringt, ein Monat unter Plan: Gute Agenturen sagen es dir, bevor du es selbst findest. Erfährst du solche Dinge nur auf Nachfrage, fehlt etwas Wichtiges.

Was keine gute Arbeit beweist

  • Ein hoher Optimierungsfaktor. Google nennt ihn selbst eine Schätzung, wie gut das Konto eingerichtet ist (Google-Hilfe). Er steigt, wenn man Empfehlungen annimmt, auch solche, die dir nichts bringen.
  • Steigende Klickraten und sinkende Klickpreise. Billige Klicks auf die falschen Suchbegriffe sind kein Erfolg.
  • Mehr Conversions als im Vormonat. Nur wenn die Zahl im Postfach mitwächst.
  • Ein Partner-Abzeichen. Es zeigt Mindeststandards der Agentur insgesamt, nicht die Qualität der Arbeit an deinem Konto.

Meine Sicht

Wenn ich eine zweite Meinung zu einem Konto abgebe, schaue ich zuerst auf Punkt 3 und Punkt 6. Da sieht man in fünf Minuten, ob jemand am Konto arbeitet oder nur darüber schreibt. Ein pünktlicher, schöner Bericht und ein fast leerer Änderungsverlauf passen nicht zusammen, und die teuersten Suchbegriffe zeigen, ob jemand regelmäßig hinschaut.

Wenn mehrere Punkte dieser Liste negativ ausfallen, heißt das noch nicht, dass du wechseln musst. Es heißt, dass du ein Gespräch mit konkreten Fragen führen solltest. Was du vor einem Wechsel klärst, steht in Freelancer statt Agentur: 7 Warnsignale, und die Fragen für eine neue Agentur in Google Ads Agentur finden.

Du willst eine unabhängige zweite Meinung zu deinem Konto?

Im Google Ads Audit prüfe ich ein Konto, die verbundene Messung mit GA4 und GTM und einen Anfrageweg. Ab 1.900 € bekommst du die Befunde mit Prioritäten innerhalb von 7 Werktagen nach vollständigem Zugriff. Für eine einzelne Frage, etwa ob du die Agentur behalten solltest, reicht oft die Klarheits-Session ab 390 €.

Google Ads Audit ansehen →

FAQ

Darf ich mein Konto prüfen, ohne die Agentur zu fragen?

Ja, wenn es dein Konto ist. Mit Administrator- oder Lesezugriff siehst du alle Punkte dieser Liste selbst. Hast du gar keinen Zugriff, ist das die erste Frage an die Agentur.

Wie oft sollte eine Agentur im Konto arbeiten?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Ein kleines Konto braucht weniger Eingriffe als ein großes, und zu viele Änderungen stören die Gebotsstrategie. Monate ohne eine einzige Änderung an Suchbegriffen, Anzeigen oder Geboten sind aber ein Warnzeichen.

Was mache ich, wenn mehrere Punkte negativ ausfallen?

Schreib die Befunde mit Datum und Screenshot auf und besprich sie mit der Agentur. Eine gute Agentur erklärt oder behebt sie. Bleiben die Antworten vage, lohnt sich eine unabhängige Prüfung, bevor du kündigst.

Ist eine teure Agentur besser als eine günstige?

Nicht zwingend. Entscheidend ist, wer an deinem Konto arbeitet und wie viel Zeit diese Person hat. Diese Frage stellst du am besten direkt.

Woran erkenne ich, ob meine Google Ads Agentur gut arbeitet?

Welcher Betreuungsumfang passt zu dir?

Ich kläre mit dir, ob eine einzelne Entscheidung, eine unabhängige Kontoprüfung oder laufende Betreuung sinnvoll ist.

Der Link öffnet das kostenlose Erstgespräch. Umfang und Preis der Session kläre ich mit dir vor bezahlter Arbeit.


Daniils Visnakovs

Über den Autor

Daniils Visnakovs

Unabhängiger Sparringspartner für Google-Ads-Wirtschaftlichkeit und Messqualität. Für Google hat Daniils technische Messimplementierungen umgesetzt. Heute hilft er Teams, bessere Entscheidungen zu treffen und das Wissen selbst zu behalten — in 1:1 Beratung, Workshops oder auf der Bühne.