Veröffentlicht: 22. September 2026

Microsoft Clarity: kostenlose Session-Aufzeichnungen richtig nutzen

Microsoft Clarity erklärt: was Aufzeichnungen und Heatmaps zeigen, wie du es per GTM hinter die Einwilligung setzt, was es nicht aufzeichnen darf und wie du 20 Sessions liest.

Daniils Visnakovs
· Lesedauer: 8 Min.

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Microsoft Clarity zeichnet auf, wie Besucher deine Website benutzen: wohin sie klicken, wie weit sie scrollen, wo sie hängen bleiben. Laut Microsoft ist Clarity dauerhaft kostenlos und ohne Traffic-Limits. Für eine Landingpage aus Google Ads ist das eine der günstigsten Arten, herauszufinden, warum Klicks nicht zu Anfragen werden. In Deutschland gehört es aber hinter die Einwilligung, und manche Inhalte darf es nicht aufzeichnen. Hier steht, was Clarity zeigt, wie du es sauber einbaust und wie du 20 Aufzeichnungen in einer halben Stunde auswertest.

1. Microsoft Clarity: was es zeigt und was es kostet

Microsoft beschreibt Clarity als Werkzeug für Verhaltensanalyse: Session-Aufzeichnungen, Heatmaps, Funnels und KI-gestützte Auswertungen. Für Google-Ads-Landingpages sind vor allem vier Bausteine nützlich:

  • Aufzeichnungen: Du siehst einzelne Besuche als Wiedergabe, mit Mausbewegungen, Klicks und Scrollen.
  • Heatmaps: Klicks, Scrolltiefe und Aufmerksamkeit über alle Besuche einer Seite zusammengefasst.
  • Dashboard-Signale: Clarity markiert unter anderem Rage Clicks (mehrere schnelle Klicks auf dieselbe Stelle), Dead Clicks (Klick ohne Reaktion der Seite), übermäßiges Scrollen und Quick Backs (jemand verlässt die Seite und kommt schnell zurück).
  • Filter und Segmente: Aufzeichnungen und Heatmaps lassen sich auf bestimmte Seiten, Geräte oder Aktionen eingrenzen.

Ein paar Rahmenbedingungen aus Microsofts eigener Dokumentation solltest du kennen:

  • Kosten: Clarity ist laut Microsoft dauerhaft kostenlos, ohne Traffic-Limits und ohne Stichprobe.
  • Aufbewahrung: Die Daten stehen dir laut FAQ bis zu 30 Tage ab der Aufzeichnung zur Verfügung.
  • Datenhaltung: Die Daten liegen in Microsoft Azure. Kunden in der EU schließen ihren Vertrag mit Microsoft Ireland Operations Limited.
  • Rolle: Microsoft schreibt, dass Clarity als Verantwortlicher (Data Controller) arbeitet. Was das für deine Datenschutzerklärung bedeutet, klärst du mit deinem Datenschutzbeauftragten.
  • Einschränkung: Clarity soll nicht auf Websites eingesetzt werden, die sich an Nutzer unter 18 Jahren richten.

Clarity, PostHog, Hotjar: der Vergleich in einer Tabelle

Die drei Werkzeuge kommen in diesem Zusammenhang am häufigsten vor. Preise und Pläne ändern sich, deshalb steht hier nur, was sich heute auf den offiziellen Seiten nachprüfen lässt.

Microsoft Clarity PostHog Hotjar
Kosten laut Microsoft dauerhaft kostenlos, ohne Traffic-Limits Preisseite: kostenlos starten, mehr bei Bedarf Die Preisseite von Hotjar leitet inzwischen zu Contentsquare weiter, Pläne dort prüfen
Aufzeichnungen und Heatmaps ja Session Replay ja
Maskierung Eingabefelder und Auswahllisten immer maskiert, Modus „Balanced“ maskiert zusätzlich Zahlen und E-Mail-Adressen Text, Eingaben und ganze Elemente vor der Aufnahme maskierbar im Anbieterkonto prüfen
Einwilligung eigenes Consent-Signal, für EWR, UK und Schweiz seit dem 31.10.2025 durchgesetzt über deine Banner-Lösung steuern über deine Banner-Lösung steuern
Passt, wenn du schnell und ohne Budget sehen willst, was auf einer Landingpage passiert du Produktanalyse und Aufzeichnungen in einem Werkzeug willst du ohnehin im Contentsquare- oder Hotjar-Umfeld arbeitest

Für eine einzelne Landingpage aus Google Ads reicht Clarity in aller Regel. Die anderen beiden lohnen sich, wenn du mehr willst als Aufzeichnungen.

2. Clarity per Google Tag Manager hinter die Einwilligung setzen

Einwilligung in Deutschland

Clarity setzt Cookies und zeichnet das Verhalten auf dem Gerät des Besuchers auf. Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern oder Auslesen von Informationen auf dem Gerät eine Einwilligung, außer es ist für einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Eine Verhaltensanalyse ist das nicht.

Microsoft hat dazu selbst nachgeschärft: Seit dem 31. Oktober 2025 verlangt Clarity für Besuche aus dem EWR, Großbritannien und der Schweiz ein gültiges Einwilligungssignal, damit alle Funktionen laufen. Ohne Einwilligung arbeitet Clarity in einem Modus ohne Cookies, vergibt laut Microsoft pro Seitenaufruf eine eigene ID und verknüpft keine Sitzungen. Microsoft beschreibt aber, dass Clarity in diesem Modus weiter Daten sendet. Ich würde in Deutschland deshalb nicht auf diesen Modus setzen, sondern Clarity erst nach der Zustimmung laden. Was das Gesetz genau verlangt, steht in Tracking und Einwilligung in Deutschland. Ich bin kein Anwalt, und das hier ist keine Rechtsberatung.

Einrichtung im GTM

Microsoft beschreibt drei Wege, Clarity über den Google Tag Manager einzubauen. Der übersichtlichste ist das offizielle Template:

  1. Im GTM ein neues Tag anlegen und unter der Tag-Konfiguration in der Community-Vorlagengalerie nach Clarity suchen.
  2. Die Vorlage Microsoft Clarity - Official zum Arbeitsbereich hinzufügen.
  3. Die Clarity-Projekt-ID eintragen. Sie steht in der Adresszeile deines Clarity-Projekts.
  4. Microsoft schlägt als Trigger „All pages“ vor. In Deutschland ersetzt du das durch deinen Einwilligungs-Trigger oder fügst in den erweiterten Einstellungen des Tags eine zusätzliche Einwilligungsprüfung für analytics_storage hinzu.
  5. In der Vorschau prüfen, dass Clarity vor der Zustimmung nicht lädt, dann veröffentlichen.

Zusätzlich solltest du Clarity die Entscheidung mitteilen. Dafür gibt es das Consent-API von Clarity, window.clarity('consentv2', …) mit den Werten für ad_Storage und analytics_Storage, oder eine Banner-Lösung, die Clarity direkt unterstützt. Wie du den Tag Manager auf WordPress einbaust, steht in GTM in WordPress einrichten. Der kostenlose GTM-Konfigurator hat außerdem ein optionales Feld für die Clarity-Projekt-ID.

Was Clarity nicht aufzeichnen darf

Microsoft maskiert einiges von selbst: Inhalte von Eingabefeldern und Auswahllisten sind laut Dokumentation in allen Modi maskiert. Im Standardmodus „Balanced“ maskiert Clarity zusätzlich Zahlen und E-Mail-Adressen, im Modus „Strict“ den gesamten Inhalt. Maskierte Inhalte werden laut Microsoft gar nicht erst an Clarity übertragen.

Das reicht nicht für jede Seite. Prüf vor allem:

  • Danke- und Bestätigungsseiten, die Name, Adresse oder Bestellung anzeigen.
  • Kundenbereiche und Konto-Seiten.
  • Freitext, der außerhalb von Formularfeldern Personendaten enthält, etwa eine Zusammenfassung der Anfrage.

Solche Bereiche maskierst du mit dem Attribut data-clarity-mask="True" am HTML-Element oder schließt die Seite ganz aus. Änderungen an der Maskierung gelten laut Microsoft nur für neue Aufzeichnungen, nicht rückwirkend. Mach das also, bevor du aufzeichnest.

3. 20 Aufzeichnungen einer Google-Ads-Landingpage in 30 Minuten lesen

Aufzeichnungen sind verführerisch: Man schaut eine an, sieht etwas Seltsames und baut die Seite um. Das ist Zufall, keine Erkenntnis. Mit einem festen Ablauf werden 20 Aufzeichnungen zu einem brauchbaren Bild.

Vorbereitung, 5 Minuten

  • Filtere die Aufzeichnungen auf deine Landingpage als Einstiegsseite und auf Besuche aus deiner Werbung, etwa über den Parameter, mit dem deine Google-Ads-Klicks ankommen.
  • Trenn Handy und Desktop. Die meisten Probleme sehen auf beiden Geräten verschieden aus.
  • Nimm 20 Aufzeichnungen aus den letzten Tagen, nicht nur die längsten.

Anschauen, 20 Minuten

Etwa eine Minute pro Aufzeichnung. Notier für jede in einer einfachen Tabelle:

  1. Wie weit scrollt die Person, bevor sie aufhört oder geht?
  2. Sieht sie das Formular oder die Telefonnummer überhaupt?
  3. Klickt sie auf etwas, das nicht klickbar ist?
  4. Beginnt sie das Formular und bricht ab? An welchem Feld?
  5. Gibt es Rage Clicks oder Dead Clicks, und wo?

Auswerten, 5 Minuten

Zählen, nicht interpretieren. Ein Muster ist erst ein Muster, wenn es in mehreren der 20 Aufzeichnungen vorkommt. Eine Person, die einmal herumirrt, ist eine Anekdote. Wenn aber die Hälfte nie bis zum Formular scrollt, ist das ein Auftrag: Formular nach oben, kürzere Einleitung. Danach misst du, ob sich die Conversion-Rate bewegt, nicht, ob sich die Aufzeichnungen gut anfühlen. Wie du so eine Änderung sauber testest, steht in A/B-Test in Google Ads.

Bevor du überhaupt Aufzeichnungen sammelst: Der kostenlose Landingpage-Check prüft Überschrift, Handlungsaufforderung, Kontakt, Vertrauenssignale, Mobilansicht und Ladezeit in wenigen Sekunden. Was er findet, musst du nicht erst in 20 Aufzeichnungen suchen.

Fazit

  • Clarity zeigt Aufzeichnungen, Heatmaps und Signale wie Rage Clicks und Dead Clicks. Laut Microsoft kostenlos, ohne Traffic-Limits, Daten bis zu 30 Tage verfügbar.
  • In Deutschland lädt Clarity erst nach der Einwilligung. Für EWR, UK und Schweiz verlangt Microsoft seit dem 31.10.2025 selbst ein Einwilligungssignal.
  • Einbau über das offizielle GTM-Template, mit Einwilligungs-Trigger statt „All pages“, plus Consent-Signal an Clarity.
  • Eingabefelder sind immer maskiert. Danke-Seiten, Kundenbereiche und Freitext mit Personendaten maskierst du selbst, bevor du aufzeichnest.
  • 20 Aufzeichnungen in 30 Minuten: filtern, fünf Fragen pro Aufzeichnung, Muster zählen, dann mit Zahlen prüfen.

Du siehst in den Aufzeichnungen, dass etwas nicht stimmt, aber nicht, was zuerst?

Für eine konkrete Frage, etwa welche Änderung an der Landingpage zuerst kommt oder ob Clarity bei dir rechtlich und technisch sauber eingebunden ist, gibt es die Klarheits-Session: ab 390 €, 60 Minuten per Video, mit bis zu drei Links vorab. Soll jemand die Seite umbauen und testen, steht unter Landingpages und Funnels, was dazugehört. Ob die Session passt, klärst du vorher im kostenlosen Erstgespräch.

Kostenloses Erstgespräch buchen →

FAQ

Ist Microsoft Clarity wirklich kostenlos?

Laut Microsoft ja, dauerhaft und ohne Traffic-Limits. Es gibt keine Pflicht, auf eine bezahlte Version umzusteigen.

Brauche ich für Clarity ein Cookie-Banner?

Ja. Clarity setzt Cookies und zeichnet Verhalten auf, dafür braucht es in Deutschland nach § 25 TDDDG eine Einwilligung. Microsoft verlangt für Besuche aus dem EWR, Großbritannien und der Schweiz seit dem 31. Oktober 2025 selbst ein Einwilligungssignal.

Sieht Clarity, was Besucher in Formulare tippen?

Nein. Inhalte von Eingabefeldern und Auswahllisten sind laut Microsoft in allen Modi maskiert und werden nicht übertragen. Personendaten außerhalb von Formularfeldern, etwa auf einer Bestätigungsseite, musst du selbst maskieren.

Wie lange speichert Clarity die Aufzeichnungen?

Laut Microsoft stehen die Daten bis zu 30 Tage ab der Aufzeichnung zur Verfügung.

Microsoft Clarity: kostenlose Session-Aufzeichnungen richtig nutzen

Welche Messlücke solltest du zuerst schließen?

Ich ordne mit dir ein, welche Conversion- und Consent-Fragen vor der nächsten Kampagnenentscheidung geklärt sein müssen.

Der Link öffnet das kostenlose Erstgespräch. Umfang und Preis der Session kläre ich mit dir vor bezahlter Arbeit.


Daniils Visnakovs

Über den Autor

Daniils Visnakovs

Unabhängiger Sparringspartner für Google-Ads-Wirtschaftlichkeit und Messqualität. Für Google hat Daniils technische Messimplementierungen umgesetzt. Heute hilft er Teams, bessere Entscheidungen zu treffen und das Wissen selbst zu behalten — in 1:1 Beratung, Workshops oder auf der Bühne.