Veröffentlicht: 1. August 2026
Website erstellen lassen: zuerst bauen, dann zahlen
Nach einem 20-Minuten-Gespräch baue ich die Website in 48 Stunden fertig. Du siehst sie, bevor du zahlst. Warum ich das Risiko übernehme und was der deutsche Markt anders macht.
Ich baue deine Website fertig, bevor du dafür zahlst. Der Ablauf ist kurz: zwanzig Minuten am Telefon, danach entscheide ich, ob ich baue. Wenn ja, steht die Seite 48 Stunden später. Nicht als Entwurf, nicht als Klickdummy, sondern als echte Seite mit deinen Inhalten, unter einer privaten Adresse. Du siehst sie auf deinem Handy und entscheidest dann, ob du sie übernimmst. Willst du sie nicht, geht die Vorschau offline, und es entsteht keine Rechnung.
Vorher habe ich Angebote geschrieben und darauf gewartet, dass jemand einer Zahl vertraut, die er nicht überprüfen kann. Das ist die eigentliche Zumutung im Webdesign-Geschäft: Du sollst dich entscheiden, bevor du siehst, worüber du entscheidest.
1. Was ich auf 25 Preisseiten gefunden habe
Bevor ich meine eigenen Preise festgelegt habe, habe ich rund 25 deutsche Anbieterseiten mit öffentlichen Preisen durchgesehen. Der Befund, der mich am meisten überrascht hat, betrifft nicht die Höhe, sondern das, was in den Preisen fehlt: von diesen Anbietern erwähnen drei überhaupt Conversion-Tracking. Keiner davon baut eine echte GA4- und Tag-Manager-Property auf.
Dieselben Anbieter verkaufen dir dieselbe Leistung ein halbes Jahr später gerne einzeln. Setups für GA4 und Google Tag Manager laufen am deutschen Markt zwischen 990 und 1.990 €, serverseitiges Tagging zwischen 1.500 und 2.300 €, ein Conversion-Setup für Google Ads zwischen 300 und 1.500 €. Rechne das zusammen und du landest bei 2.500 bis 4.000 €, die in fast keinem Website-Angebot enthalten sind, obwohl ohne sie niemand sagen kann, ob die Website funktioniert. Das ist keine Meinung, das ist Addition an veröffentlichten Preisen.
Daneben stehen vier Muster, die so verbreitet sind, dass sie als normal durchgehen:
- Vertragsbindung über 12, 24 oder 36 Monate. Der längste Fall, den ich gefunden habe, bindet drei Jahre.
- Setup-Gebühren obendrauf, zwischen 149 und 1.490 €. Bei einem Anbieter auf jedem Tarif, bei einem anderen als verpflichtendes Vorab-Audit.
- Die Website gehört dem Anbieter. Einer schreibt das wörtlich auf seine Seite. Kündigst du, bekommst du einen Inhalts-Export, nicht die Seite.
- Abrechnung im Kleinen. Knapp 20 € pro Änderung bei einem Monatstarif um die 79 €. 50 € dafür, ein Backup zurückzuspielen. 50 Prozent Aufschlag für eine Testumgebung.
Keines dieser Modelle ist unseriös. Sie verlagern nur konsequent das Risiko auf die Seite, die am wenigsten überblicken kann, worauf sie sich einlässt. Wenn du nicht weißt, wie lange eine Website baut, kannst du nicht beurteilen, ob ein Stundensatz fair ist. Ich weiß es. Also sollte ich das Risiko tragen.
2. Wie die Vorschau abläuft und was sie kostet
Kostenlos sind das Gespräch und der Bau. Kostenlos ist also die Ansicht, nicht die Übernahme. Behältst du die Seite, zahlst du den Preis, der vor dem Bau feststand: Landingpage 2.490 €, Website mit Messung 5.900 €, Growth-System 11.900 €. Behältst du sie nicht, kostet dich der Vorgang nichts, und du hörst nichts mehr von mir.
Eine Sache gehört dazu, weil sie sonst nach dem Kleingedruckten klingt: Bis du zahlst, gehört die Seite mir. Du darfst sie ansehen und beurteilen, aber nicht veröffentlichen, umziehen oder weiterverwenden. Das ist die einzige Absicherung, die ich in diesem Modell überhaupt habe. Das Angebot richtet sich an Unternehmen.
In jeder Stufe steckt das, was der Markt üblicherweise später nachverkauft: GA4, Google Tag Manager, Google-Ads-Conversion, Meta-Pixel, Consent-Management, Impressum und Datenschutz eingebunden, Lighthouse mobil über 95. Nicht als Bonus, sondern weil eine Website ohne Messung keine Geschäftsgrundlage ist, sondern eine Vermutung mit Logo.
Genauso wichtig ist die andere Liste. Neben dem Preis steht, was nicht enthalten ist, und sie verändert sich mit deiner Auswahl: Hosting und Domain (etwa 15 bis 30 € im Monat, direkt beim Anbieter und auf deinen Namen), die Lizenz für das Consent-Tool (bei mir Usercentrics, Werbelink), Lizenzkosten für Bild- und Videomaterial, Shootings, Übersetzungen. Ein Festpreis, dessen Einschränkungen man suchen muss, ist keiner.
Und die Vorschau selbst hat Grenzen, die ich lieber vorher nenne: Domain und Hosting laufen bis zur Übernahme auf meiner Adresse. Bilder ohne Lizenz stehen als Platzhalter. Externe Systeme wie Warenwirtschaft, CRM oder Buchungstool binde ich erst nach der Zusage an. „Fertig” heißt, dass du beurteilen kannst, was du bekommst. Es heißt nicht, dass ich vor der Zusage deine Systeme anfasse.
Der Haken ist die Auswahl
Die naheliegende Reaktion auf „kostenlos” ist Misstrauen, und die ist berechtigt. Wer vorab umsonst arbeitet, holt sich das Geld normalerweise woanders: über Bindung, über Hosting, über Nachträge.
Bei mir ist die Antwort langweiliger. Ich baue drei Seiten im Monat vorab, und nur für Unternehmen, mit denen ich vorher gesprochen habe. Die meisten Anfragen enden mit einer Absage, und zwar noch im Gespräch. Ich verlagere mein Risiko nicht auf dich, ich verkleinere es, indem ich seltener anfange. Die Absagegründe stehen offen auf der Angebotsseite, damit sich niemand umsonst Zeit nimmt.
Dass 48 Stunden reichen, liegt nicht an Tempo, sondern daran, dass ich nicht bei null anfange. Messung, Formulare, Consent, Rechtstexte und Ladezeit sind bei mir gelöste Teile, keine offenen Fragen. Neu entsteht die Struktur für dein Angebot und der Text dazu. Eine Agentur braucht vier Wochen, weil zwischen den Beteiligten Abstimmung liegt. Hier liegt zwischen Entscheidung und Umsetzung niemand.
Und ja, es gibt inzwischen mehrere Anbieter in Deutschland, die vorab bauen. Ich habe zwölf gefunden, während ich diese Seite vorbereitet habe, und ich halte das für eine gute Entwicklung. Sie sitzen alle zwischen 199 und 2.490 € im Vorlagen-Segment, und bei keinem einzigen ist Messung enthalten. Der Unterschied liegt also nicht im Versprechen, sondern darin, was am Ende gebaut ist.
3. Warum ein Rechner und kein Angebotsformular
Der eigentliche Test für ein Festpreis-Versprechen ist eine einzige Frage, und ich habe sie in ähnlicher Form bei einer deutschen Agentur gefunden, die sie ihren eigenen Interessenten mitgibt: Ändert sich der Preis, wenn das Projekt zwanzig Stunden länger dauert? Wer darauf nicht mit einem klaren Nein antwortet, hat keinen Festpreis, sondern eine Verhandlungsbasis.
Deshalb steht auf der Angebotsseite ein Rechner und kein Formular. Sechs Fragen, danach steht die Zahl auf dem Bildschirm, ohne Anfrage und ohne E-Mail-Adresse. Du sollst vor dem Gespräch wissen, worüber wir reden würden.
Beim Bauen habe ich mir drei Regeln gesetzt, weil ich beim Sichten der Konkurrenz gesehen habe, wie leicht man sie bricht:
- Was angezeigt wird, ist die Zahl, mit der ich intern rechne. Ein Anbieter berechnet ein Minimum und ein Maximum, zeigt dem Besucher nur das abgerundete Minimum und mailt sich selbst beides. Bei mir gibt es eine Berechnung, dieselbe im Browser, in der Bestätigungsmail und auf dem Server.
- Keine Spanne, die keine ist. Ein anderer wirbt mit einer Preisspanne, deren unterer und oberer Wert bei jeder Option identisch sind. Ist eine Konfiguration eindeutig, zeige ich eine eindeutige Zahl.
- Kein Herunterrunden. Kommen 6.480 € heraus, steht dort 6.480 €, nicht „rund 6.000” und nicht „ab 6.400”.
Eine Kleinigkeit hat mich beim Bauen selbst überrascht: Klickst du dir so viele Einzelpositionen zusammen, dass du über einer höheren Paketstufe liegst, stellt der Rechner auf den günstigeren Paketpreis um und sagt dir das. Die naheliegende Alternative wäre gewesen, still die höhere Summe stehen zu lassen. Technisch korrekt, praktisch eine Frechheit.
Ehrlich bleiben muss ich an einer Stelle auch gegenüber mir selbst: Ob öffentliche Preise und ein Vorab-Bau im deutschen Markt mehr Anfragen bringen oder weniger, weiß ich nicht. Belastbare Zahlen dazu habe ich keine gefunden, und ich werde dir deshalb auch keine nennen. Was ich weiß, ist, dass ich selbst keinen Dienstleister beauftrage, der mir vor dem dritten Telefonat keine Größenordnung nennen kann.
Fazit
- Ich baue zuerst. 20 Minuten Gespräch, 48 Stunden später steht die fertige Seite unter einer privaten Adresse. Keine Anzahlung, keine Kreditkarte, kein Vertrag.
- Bezahlt wird nur bei Übernahme: 2.490, 5.900 oder 11.900 €, ohne „ab”. Der Preis gilt für den vereinbarten Umfang, nicht für meinen Aufwand.
- Bis zur Zahlung gehört die Seite mir. Ansehen ja, benutzen nein. Mit der Zahlung gehen Code und Repository auf dich über, samt Historie.
- Conversion-Tracking ist enthalten. Am Markt kostet dieselbe Leistung einzeln 2.500 bis 4.000 €.
- Drei Plätze im Monat. Der Haken ist die Auswahl, nicht das Kleingedruckte.
Wenn du wissen willst, was dein Projekt kosten würde, falls du es behältst: Der Rechner steht auf der Angebotsseite und braucht keine E-Mail-Adresse.
Und falls du eher am Anfang stehst und erst einmal wissen willst, wo deine bestehende Seite steht: Der Landingpage-Check sagt dir das kostenlos, ohne dass wir miteinander sprechen müssen.
Über den Autor
Daniils Visnakovs
Unabhängiger Sparringspartner für Google-Ads-Wirtschaftlichkeit und Messqualität. Für Google hat Daniils technische Messimplementierungen umgesetzt. Heute hilft er Teams, bessere Entscheidungen zu treffen und das Wissen selbst zu behalten — in 1:1 Beratung, Workshops oder auf der Bühne.