Veröffentlicht: 1. August 2026

Website erstellen lassen: Ich arbeite jetzt zum Festpreis

Drei feste Preise statt Angebots-Roulette: 2.490, 5.900 oder 11.900 €, Conversion-Tracking inklusive. Warum ich das Angebot gebaut habe und was der deutsche Markt anders macht.

Daniils Visnakovs
· Lesedauer: 7 Min.

Ich baue ab heute Websites zum Festpreis: 2.490, 5.900 oder 11.900 €, je nach Umfang, mit dem vollständigen Conversion-Tracking im Preis. Vorher habe ich für jede Anfrage ein individuelles Angebot geschrieben — und dabei gemerkt, dass die Zahl am Ende fast immer in derselben Spanne landete, der Kunde aber drei Wochen im Ungewissen saß. Das ist kein Prozess, das ist ein Ritual.

Der Auslöser war ein Vergleich, den ich mir selbst nicht schönreden konnte. Ich habe rund 25 deutsche Anbieterseiten mit öffentlichen Preisen durchgesehen, bevor ich meine eigenen festgelegt habe. Was ich dort gefunden habe, hat weniger mit Preisen zu tun als mit der Frage, wer das Risiko trägt.

1. Was ich auf 25 Preisseiten gefunden habe

Der Befund, der mich am meisten überrascht hat, betrifft nicht die Höhe der Preise, sondern das, was in ihnen fehlt: Von diesen Anbietern erwähnen drei überhaupt Conversion-Tracking. Keiner davon baut eine echte GA4- und Tag-Manager-Property auf. Dieselben Anbieter verkaufen dir dieselbe Leistung ein halbes Jahr später gerne einzeln — Setups für GA4 und Google Tag Manager laufen am deutschen Markt zwischen 990 und 1.990 €, serverseitiges Tagging zwischen 1.500 und 2.300 €, ein Conversion-Setup für Google Ads zwischen 300 und 1.500 €.

Rechne das zusammen und du landest bei einer Summe zwischen 2.500 und 4.000 €, die in fast keinem Website-Angebot enthalten ist, obwohl ohne sie niemand sagen kann, ob die Website funktioniert. Das ist keine Meinung von mir, das ist Addition an veröffentlichten Preisen.

Daneben stehen vier Muster, die in Deutschland so verbreitet sind, dass sie als normal durchgehen:

  • Vertragsbindung über 12, 24 oder 36 Monate. Der längste Fall, den ich gefunden habe, bindet drei Jahre.
  • Setup-Gebühren obendrauf, zwischen 149 und 1.490 €. Bei einem Anbieter fällt sie auf jedem Tarif an, bei einem anderen als verpflichtendes Vorab-Audit.
  • Die Website gehört dem Anbieter. Ein Anbieter schreibt das wörtlich auf seine Seite. Kündigst du, bekommst du einen Inhalts-Export — nicht die Seite.
  • Abrechnung im Kleinen. Knapp 20 € pro Änderung bei einem Monatstarif um die 79 €. 50 € dafür, ein Backup zurückzuspielen. Ein Aufschlag von 50 Prozent, wenn du eine Testumgebung willst.

Keines dieser Modelle ist illegal oder auch nur unseriös. Sie verlagern nur konsequent das Risiko auf die Seite, die am wenigsten überblicken kann, worauf sie sich einlässt. Wenn du nicht weißt, wie lange eine Website baut, kannst du nicht beurteilen, ob ein Stundensatz fair ist. Ich weiß es — deshalb sollte ich das Risiko tragen, nicht du.

2. Was der Festpreis umfasst und was er ausdrücklich nicht umfasst

Es gibt drei Stufen. Landingpage 2.490 €, Website mit Messung 5.900 €, Growth-System 11.900 €. Ein Hinweis zur Rechnung, weil er regelmäßig für Rückfragen sorgt: Anbieter ist die Clickspire LLC mit Sitz in Wyoming. Bei Leistungen an Unternehmen in Deutschland geht die Steuerschuld nach § 13b UStG auf dich über, das nennt sich Reverse Charge. Ich berechne also keine Umsatzsteuer, und es gibt deshalb auch keinen zweiten, höheren Betrag: Die genannte Zahl ist die Zahl, die du überweist. Das Angebot richtet sich entsprechend an Unternehmen.

In jeder Stufe steckt das, was der Markt üblicherweise später nachverkauft: GA4, Google Tag Manager, Google-Ads-Conversion, Meta-Pixel, Consent-Management mit Consent Mode v2, Impressum und Datenschutz eingebunden, Lighthouse mobil über 95. Nicht als Bonus, sondern weil eine Website ohne Messung keine Geschäftsgrundlage hat, sondern nur eine Vermutung ist.

Genauso wichtig ist die andere Liste. Auf der Angebotsseite steht direkt neben dem Preis, was nicht enthalten ist, und sie verändert sich mit dem, was du auswählst: Hosting und Domain (etwa 15 bis 30 € im Monat, direkt beim Anbieter und auf deinen Namen), die Lizenz für das Consent-Tool, Lizenzkosten für Bild- und Videomaterial, Shootings, Übersetzungen. Bei serverseitigem Tagging kommen Cloud-Kosten dazu, bei einem Kampagnen-Setup dein Werbebudget, das ohnehin direkt an Google oder Meta geht.

Diese Liste steht bewusst nicht im Kleingedruckten, sondern im selben Kasten wie die Zahl. Ein Festpreis, dessen Einschränkungen man suchen muss, ist keiner. Und der Satz, der das Ganze überhaupt erst trägt: Zusätzliche Wünsche außerhalb des vereinbarten Umfangs werden vorher schriftlich beauftragt. Ohne deine Freigabe entstehen keine Mehrkosten.

Was den Umfang selbst angeht: Der Preis gilt für das, was vor dem Start in der Leistungsübersicht steht, nicht für die Zeit, die ich dafür brauche. Verschätze ich mich um zwanzig Stunden, ist das mein Problem. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Festpreis und einem Einstiegspreis.

3. Warum ein Rechner und kein Angebotsformular

Der eigentliche Test für ein Festpreis-Versprechen ist eine einzige Frage, und ich habe sie in ähnlicher Form bei einer deutschen Agentur gefunden, die sie ihren eigenen Interessenten mitgibt: Ändert sich der Preis, wenn das Projekt zwanzig Stunden länger dauert? Wer darauf nicht mit einem klaren Nein antwortet, hat keinen Festpreis, sondern eine Verhandlungsbasis.

Deshalb steht auf der Angebotsseite ein Rechner und kein Formular. Sechs Fragen — was du brauchst, wie viele Seiten, wer die Inhalte liefert, wie tief die Messung gehen soll, was danach passieren soll, ob du Betreuung willst — und die Zahl steht auf dem Bildschirm. Ohne Anfrage, ohne E-Mail-Adresse. Erst wenn du das schriftliche Angebot willst, brauche ich Kontaktdaten.

Beim Bauen habe ich mir drei Regeln gesetzt, weil ich beim Sichten der Konkurrenz gesehen habe, wie leicht man sie bricht:

  1. Was angezeigt wird, ist die Zahl, mit der ich intern rechne. Ein Anbieter berechnet ein Minimum und ein Maximum, zeigt dem Besucher nur das abgerundete Minimum und mailt sich selbst beides. Bei mir gibt es nur eine Berechnung — dieselbe im Browser, in der Bestätigungsmail und auf dem Server.
  2. Keine Spanne, die keine ist. Ein anderer Anbieter wirbt mit einer Preisspanne, deren unterer und oberer Wert bei jeder Option identisch sind. Wenn eine Konfiguration eindeutig ist, zeige ich eine eindeutige Zahl.
  3. Kein Herunterrunden. Wenn 6.480 € herauskommen, steht dort 6.480 € — nicht „rund 6.000“ und nicht „ab 6.400“.

Eine Kleinigkeit hat mich beim Bauen selbst überrascht: Wenn du dir im Rechner so viele Einzelpositionen zusammenklickst, dass du damit über einer höheren Paketstufe liegst, stellt der Rechner auf den günstigeren Paketpreis um und sagt dir das. Die naheliegende Alternative wäre gewesen, still die höhere Summe der Einzelposten stehen zu lassen. Das wäre technisch korrekt und praktisch eine Frechheit gewesen.

Ehrlich bleiben muss ich an einer Stelle auch gegenüber mir selbst: Ob öffentliche Preise im deutschen Agenturmarkt mehr Anfragen bringen oder weniger, weiß ich nicht. Belastbare Zahlen dazu habe ich keine gefunden, und ich werde dir deshalb auch keine nennen. Was ich weiß, ist, dass ich selbst keinen Dienstleister beauftrage, der mir vor dem dritten Telefonat keine Größenordnung nennen kann.

Fazit

  • Drei Preise, öffentlich und ohne „ab”: 2.490, 5.900 oder 11.900 €. Der Preis gilt für den vereinbarten Umfang, nicht für meinen Aufwand.
  • Conversion-Tracking ist enthalten. Am Markt kostet dieselbe Leistung einzeln zwischen 2.500 und 4.000 €. Eine Website ohne Messung ist eine Vermutung mit Logo.
  • Keine Setup-Gebühr, keine Mindestlaufzeit, kein Eigentumsvorbehalt. Code und Repository gehören dir ab dem ersten Commit. Betreuung ist optional und getrennt ausgewiesen.
  • Was nicht enthalten ist, steht neben dem Preis — nicht in einer Fußnote. Und ohne deine schriftliche Freigabe entstehen keine Mehrkosten.

Wenn du wissen willst, was dein Projekt kosten würde: Der Rechner steht auf der Angebotsseite und braucht keine E-Mail-Adresse. Passt dein Vorhaben in keine der drei Stufen, klären wir das in zwanzig Minuten und du bekommst innerhalb von 24 Stunden trotzdem einen festen Preis.

Und falls du gerade eher am Anfang stehst und erst einmal wissen willst, wo deine bestehende Seite steht: Der Landingpage-Check sagt dir das kostenlos, ohne dass wir miteinander sprechen müssen.


Daniils Visnakovs

Über den Autor

Daniils Visnakovs

Ex-Google-Berater und Sparringspartner — sein größtes Kundenkonto trackt über 1,5 Mio. € Umsatz pro Jahr. Spezialisiert auf Conversion-Tracking, Google Ads und datenbasiertes Marketing. Hilft Unternehmen, Werbebudgets messbar einzusetzen — in 1:1 Beratung, Workshops oder auf der Bühne.

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