Veröffentlicht: 9. Juni 2026

Conversion-Tracking Health-Check: prüf in 15 Minuten, ob Google Ads sauber misst

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So prüfst du selbst, ob dein Google-Ads-Conversion-Tracking wirklich funktioniert — oder ob du seit Monaten blind optimierst.

Daniils Visnakovs
· Lesedauer: 9 Min.
Conversion-Tracking Health-Check für Google Ads

Die meisten Konten, die ich auditiere, haben dasselbe Grundproblem: Es wird Geld ausgegeben — aber niemand weiß sicher, ob das Tracking überhaupt richtig misst. Und wenn das Tracking falsch misst, optimiert Google in die falsche Richtung. Du bezahlst dann dafür, dass der Algorithmus die falschen Klicks einkauft.

Die gute Nachricht: Du brauchst keinen Entwickler, um den ersten Check selbst zu machen. In rund 15 Minuten siehst du, ob dein Konto sauber misst — oder ob du seit Monaten blind fährst. Hier ist meine Schritt-für-Schritt-Checkliste.

Warum das so wichtig ist

Smart Bidding (Ziel-CPA, Conversions maximieren, ROAS) trifft Gebotsentscheidungen auf Basis deiner Conversion-Daten. Garbage in, garbage out: Sind die Conversions falsch, doppelt oder leer, wird jede Optimierung wertlos — egal wie gut der Rest ist.

Schritt 1: Welche Conversions zählst du überhaupt?

Öffne in Google Ads oben links die Menüleiste und geh auf Zielvorhaben → Conversions (in manchen Konten heißt der Punkt direkt „Conversions”). Du siehst eine Liste deiner Conversion-Aktionen.

Die wichtigste Frage zuerst: Was wird da überhaupt gezählt? Denn nicht jede „Conversion” ist eine echte Conversion:

  • Echte Conversions sind Ergebnisse: abgeschicktes Anfrageformular, Anruf, Kauf, Terminbuchung.
  • Keine echten Conversions sind reine Aktivitäten: ein Seitenaufruf, „60 Sekunden auf der Seite”, Scrolltiefe oder ein Klick auf „Kontakt”. Wenn so etwas als Conversion zählt, optimiert Google auf Beschäftigung statt auf Umsatz — und treibt deinen CPA in die Irre.
  • Eine leere Liste ist genauso schlimm: Steht hier gar nichts, misst du nichts. Dann bietet Google blind — und du auch.

Erst danach prüfst du pro Aktion:

  • Status: Steht dort „Conversions werden erfasst”? Oder „Keine aktuellen Conversions” / „Inaktiv”? Letzteres ist ein Alarmsignal.
  • Letzte Conversion: Wann wurde die letzte erfasst? Liegt das Tage oder Wochen zurück, obwohl du Anfragen bekommst, stimmt etwas nicht.
  • Quelle: Website, Google Analytics (GA4), Google-Tag, Import? Wichtig zu wissen, damit du später nicht doppelt zählst (siehe Schritt 6).

Schritt 2: Wird das Richtige als „Primär” gezählt?

Das ist der häufigste teure Fehler. Jede Conversion-Aktion ist entweder Primär (zählt für die Gebotsstrategie) oder Sekundär (nur Beobachtung).

  • Primär sollten nur echte, wertvolle Abschlüsse sein: abgeschickte Anfrageformulare, qualifizierte Telefonanrufe, Käufe.
  • Nicht primär gehören: Seitenaufrufe, Klicks auf „Kontakt”, Scrolltiefe, Newsletter-Anmeldungen. Wenn so etwas auf „Primär” steht, optimiert Google auf Leute, die klicken — nicht auf Leute, die kaufen.

Faustregel: Wenn deine „Conversions”-Zahl verdächtig hoch ist (Dutzende pro Tag bei kleinem Budget), zählst du wahrscheinlich Mikro-Aktionen statt echter Anfragen.

Schritt 3: Zählst du doppelt?

Zwei typische Doppelzähl-Fallen:

  1. Zwei Tags für dieselbe Anfrage — z. B. das Google-Ads-Tag und ein GA4-Import, die beide dieselbe „Formular abgeschickt”-Aktion melden.
  2. Zählung „Jede” statt „Eine” — In den Einstellungen der Conversion-Aktion gibt es „Jede” und „Eine”. Für Leads (eine Anfrage = ein Interessent) gehört das fast immer auf „Eine”. Auf „Jede” zählt ein Interessent, der dreimal absendet, als drei Conversions.

Schritt 4: Kommen Werte mit? (für ROAS)

Wenn du wertbasiert bieten willst (Ziel-ROAS), müssen Conversion-Werte übergeben werden. Steht in der Wert-Spalte überall „0,00 €” oder „Kein Wert”, kann Google nicht zwischen einem 200-€- und einem 20.000-€-Auftrag unterscheiden. Für lokale Dienstleister reicht oft schon ein fester Durchschnittswert pro Lead als Start.

Schritt 5: Landen die Conversions auch in den Kampagnen?

Zurück in Kampagnen. Blende die Spalte Conversions ein und nutze Segmentieren → Conversions → Conversion-Aktion.

  • Verteilen sich die Conversions auf Kampagnen und Suchbegriffe — oder steht fast überall 0? Flächendeckende Nullen bei laufenden Ausgaben heißen: Das Tracking greift nicht, oder es feuert auf einer Seite, die über Anzeigen nie erreicht wird.
  • Geh eine Ebene tiefer auf Suchbegriffe (nicht Keywords): Kommen Conversions von echten, kaufbereiten Suchen — oder von „… selber machen”, „… Material”, „… Gehalt”? Das ist gleichzeitig dein erster Streuverlust-Check.

Schritt 6: Stimmt die Zahl mit der Realität überein?

Der ehrlichste Test braucht kein Tool: Vergleiche einen echten Tag. Nimm gestern. Wie viele echte Anfragen kamen rein — Formular im Postfach, Anrufe, Nachrichten? Und wie viele Conversions meldet Google für denselben Tag?

  • Google zeigt deutlich mehr → du zählst Mikro-Aktionen oder doppelt (Schritt 2 & 3).
  • Google zeigt deutlich weniger → Tracking feuert nicht zuverlässig, Consent blockiert es, oder Anrufe/Formulare werden gar nicht erfasst.
  • Es passt ungefähr → gutes Zeichen. Genau so soll es sein.

Schritt 7: Werden Anrufe überhaupt gemessen?

Bei lokalen Betrieben kommt der wertvollste Lead oft per Telefon — und genau der bleibt am häufigsten unsichtbar. Der Klassiker: Jemand klickt auf deine Anzeige, liest deine Nummer und tippt sie von Hand ins Telefon ab. Für Google sieht das aus wie ein Klick ohne Ergebnis — der 6-€-Klick, der dir einen 5.000-€-Auftrag gebracht hat, wird nie als Conversion verbucht.

Ein klickbarer tel:-Link auf dem Handy lässt sich noch halbwegs tracken. Aber abgetippte Nummern, Anrufe vom Festnetz oder Rückrufe Tage später? Die siehst du nur mit echtem Call Tracking — also einer dynamischen Rufnummer, die jedem Besucher zugeordnet wird. Warum das so ein blinder Fleck ist und welches Tool ich dafür liebe, habe ich hier ausführlich aufgeschrieben:

In der EU darf Tracking erst nach Einwilligung feuern. Ohne sauber eingerichteten Consent Mode v2 verlierst du entweder Daten (Tracking blockiert) — oder du trackst ohne Einwilligung, was rechtlich heikel ist. Wenn dein Cookie-Banner und dein Tag-Setup nicht zusammenspielen, ist beides möglich.

DSGVO Tracking-Check: Gib deine URL ein und sieh in Sekunden, ob Consent Mode v2 sauber gesetzt ist und welche Tags vor der Einwilligung feuern.

Die Red-Flag-Checkliste

Wenn du eines davon siehst, ist Handlungsbedarf:

  • ⚠️ Liste der Conversion-Aktionen ist leer — oder voller Mikro-Aktionen (Seitenaufruf, „60 Sekunden”)
  • ⚠️ „Keine aktuellen Conversions”, obwohl Anfragen reinkommen
  • ⚠️ Seitenaufrufe oder „Kontakt-Klicks” stehen auf Primär
  • ⚠️ Conversions-Zahl viel höher als echte Anfragen
  • ⚠️ Zählung steht für Leads auf „Jede” statt „Eine”
  • ⚠️ In den Kampagnen fast überall 0 Conversions trotz Ausgaben
  • ⚠️ Telefonanrufe werden gar nicht als Conversion erfasst
  • ⚠️ Kein Consent Mode / Cookie-Banner und Tags ignorieren sich

Tracking sitzt — und jetzt?

Sauberes Tracking ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die Frage, ob sich die Zahlen am Ende rechnen. Spiel deine echten Werte einmal durch:

Lohnt sich dein Budget?

Rechne CPA, ROAS und Break-even in 60 Sekunden durch.

Zum Budget-Rechner →

Wenn der Check Lücken zeigt und du nicht selbst basteln willst: Genau das ist mein Spezialgebiet. Im kostenlosen Erstgespräch schaue ich mit dir gemeinsam ins Konto und sage dir ehrlich, was sauber läuft und was nicht — ohne Technik-Blabla.


Daniils Visnakovs

Über den Autor

Daniils Visnakovs

Ex-Google-Berater, Speaker (u.a. Nomad World Fest) und Coach. Spezialisiert auf Conversion-Tracking, Google Ads und datenbasiertes Marketing. Hilft Unternehmen, Werbebudgets messbar einzusetzen — in 1:1 Beratung, Workshops oder auf der Bühne.

WhatsApp
Beratung anfragen